Donnerstag, 1. Februar 2018

Don’t be afraid …

Schmucke Bürodekoration





















Radio ist für mich seit meiner Kindheit immer ein wichtiges Medium, dient also nicht zur allgemeinen Berieselung, sondern ist wirklich etwas zum Zuhören.

Es war der 16. Jänner 1995, 19:00 Uhr, als auf der Frequenz von Blue Danube Radio dieses Fipsen ertönte und danach Angelika Lang zum ersten Mal die Hörer von radio FM4 begrüßte.


Die erste Nummer, die auf diesem neuen Radiosender gespielt wurde war Sabotage von den Beastie Boys. Ein Statement von der ersten Sendeminute an weg.

So listen up 'cause you can't say nothin'
You'll shut me down with a push of your button?
But I'm out and I'm gone
I'll tell you now I keep it on and on

Ich war wirklich gespannt, was uns denn da erwarten wird. Und ich wurde von Anfang an niemals enttäuscht. FM4 wurde mein medialer Lebenspartner. Wann immer irgendwo ein Radiogerät zur Verfügung stand, FM4 war immer gleich aufgedreht.

War es jetzt die „musikalische“ Bildung in Sachen Indiepop/Rock durch Eva Umbauer und Robert Rotifer in der Sendung Heartbeat, oder die Grooveabteilung eines BTO Spider bei High Spirits, es gab immer Sendungen die man einfach hören musste. Natürlich freitagabends der Salon Helga mit diesen komisch kauzigen Typen namens Stermann & Grissemann, was samstags in der Früh dann in der Schule zu den typischen Konversationen „he hast den Schmäh gestern ghört vom Ster/Grissemann“ geführt hat. Und natürlich auch legendär die Wunschsendung der etwas anderen Art mit dem, hmm auf seine Art charmanten, Martin Blumenau, immer sonntagabends. FM4 habe ich auch meine große Bewunderung für Gilles Peterson zu verdanken. Unzählige angenehme und unvergessliche Radiostunden, zig CD’s und Platten, die ich ohne FM4 niemals gekauft hätte, weil ich ohne diese Radiostation niemals auf die Bands und Musiker gestoßen wäre.

All die wunderbaren FM4-Feste - auch in Klagenfurt - als ich BTO Spider persönlich kennengelernt habe, einem Martin Blumenau über den Weg gelaufen bin (mit Respekt versteht sich!) und damals eine gewisse Fiva MC aus München auf der Bühne stand und Freestyle-Rap vom Feinsten ablieferte (Fiva moderiert jetzt, Jahre später, eine eigene Sendung Montagmitternacht). Es war nicht nur ein Radio, es war eine ganze Kultur, die da geboren wurde. Schon bald gab’s dann auf die Frage, „hey, welche Musik hörst denn du so?“, die Standardantwort, „na FM4-Musik!“. Jeder konnte zur damaligen Zeit mit diesem Begriff etwas anfangen.

Das war in den 90igern, mittlerweile bin ich selbst um Jahre älter geworden, und auch wenn ich „mein FM4“ nicht mehr so oft höre (Stermann & Grissemann haben den typischen FM4-Hörer mal so definiert: wenn du für Ö3 zu alt und für Ö1 zu jung bist) dann ist da nach wie vor diese Verbundenheit. Und es schmerzt ganz tief drinnen, wenn ich in den Medien lesen muss, dass die Regierung an der Abschaffung von FM4 arbeitet.

Dass die Begründung, FM4 erfülle nicht den öffentlich-rechtlichen Auftrag, ein völliger Mumpitz ist, kann man hier in diesem Artikel sehr gut nachlesen.


Für mich stellt sich in diesem Zusammenhang auch die Frage, will diese rechtskonservative Regierung kritischen Medien in diesem Land überhaupt das Wasser abgraben. Was, wenn FM4 der Anfang ist, was kommt als nächstes? Kann ich dann mein Standard-Abo auch bald mal einstampfen? Haben wir bald mediale Zustände wie in Ungarn oder Polen?

Liebe Herrschaften die ihr da in Wien sitzt, ihr müsst FM4 nicht mögen, aber lasst es am Leben!


Unterstützung mittels online-Petition kann man hier zum Ausdruck bringen: https://actions.aufstehn.at/rettet-fm4

Danke FM4, dass ich bei dir at home bin, ... Baby!

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